Videokassetten digitalisieren und Filmformate zuordnen - wo besteht Handlungsbedarf und wie erkennt man das  Format

HDCAM SR ist das Standard Format für HD Programme im weltweiten Austausch. Die Kassette gibt es auch mit nur einem Sichtfenster und max. 40 Min Laufzeit. Verwirrend sind hier die 117 und die 94. Denn die Laufzeit in Minuten ist abhängig von der Bilderzahl pro Sekunde, mit der aufgenommen wurde. In Europa ist das fast immer 24 oder 25, also um die 117 Minuten. Es gibt HDCAM SR in 3 Qualitäten, als 422, 444 oder 444 HQ Format und unzähligen Framerates und Zeilenzahlen. Dazu kann man auf das Band auch 3D oder DPX Sequenzen in 2K aufnehmen... Wenn die Kassette nicht gut beschriftet ist, kann man das nicht erkennen, und für alles braucht man Maschinen mit speziellen Optionen. Generell kann man sagen, dass die Bänder noch 15 Jahre halten werden, bei passender Lagerung, weil das System recht neu ist.

Der Klassiker ist Digital Betacam. Mechanisch ist die Kassette zu Betamax oder HDCAM SR identisch, die Aufzeichnung aber 422 SD digital. Es war seit 1993 das Standardformat für die High End Postproduktion und findet sich auch heute noch in jedem Posthouse oder Fernsehsender. Es gibt sie auch mit zwei Sichtfenstern in doppelter Größe mit bis zu 124 Min Laufzeit. Die Länge findet man meist auf der Seite aufgedruckt, wenn da nicht der längliche Aufkleber drüber ist, oder vorne auf der Klappe. Die Kassetten sind auch hier von aktuellen HDCAM SR Maschinen von Sony abspielbar, also wird es keinen Engpass geben. Generell natürlich können diese Bänder schon 20 Jahre alt sein... dann sollte man schon was unternehmen und diese älteren Videokassetten digitalisieren.

Ganz selten und nur Anfang der 1990er gebraucht... D1, D2 und DCT. Das waren drei digitale Videoformate. Untereinander nicht kompatibel, da das eine Composite und die anderen 422 Componente aufnahm. Die Geräte waren extrem teuer, extrem groß und extrem anfällig. So gibt es heute kaum noch welche, die das abspielen können. Hat man noch D1 oder D2 Kassetten ( die es in drei verschiedenen Größen gab) sollte man schnell etwas unternehmen. Bei dem nur sehr kurz und erfolglos eingeführten Ampex DCT sieht das noch schlechter aus. Übrigens gab es auch ganz kurz ein HD Format, HDVS, das auch diese Kassetten benutzte aber nichts mit D1 oder D2 zu tun hat und wieder spezielle, noch seltenere Player benötigt. Solche Videokassetten digitalisieren ist also eine echte Herausforderung !

Die VHS Kassette dürfte jeder noch kennen. 1978 kam dieses System als Home Video Format auf den Markt und hat sich gegen Betamax, VCR und Video 2000 durchgesetzt. Noch bis ca. 2005 war VHS ein absolut gängiges Videoformat, wobei es im Home Bereich ab 2000 von der DVD verdrängt wurde. Somit werden seitdem auch die Geräte rar und man sollte nicht zu lange warten. Was bei VHS häufig vorkommt, ist das Longplay Format, das nicht von jedem Gerät abgespielt werden kann und Bänder aus den USA oder Japan, die in NTSC, also mit 60 statt 50 Halbbildern pro Sekunde laufen. Auch Kassetten aus Frankreich oder Osteuropa und Teilen Afrikas lassen sich hierzulande auf normalen VHS Geräten nur in Schwarz-Weiß abspielen. Dazu kommt noch das S-VHS System, das ab 1990 eine verbesserte Qualität bot. Dazu brauchte man aber spezielle Kassetten, die ein S vor dem VHS Logo hatten. Auch dafür braucht man spezielle Geräte. Vor allem die Longplay Formate werden von den haltbareren professionellen Geräten nicht immer unterstützt. Es besteht also durchaus ein Handlungsbedarf und man sollte nicht zu lange warten. VHS digitalisieren ist derzeit noch gut machbar, allerdings sollte man die Qualität der benutzten Geräte und Signalwege hinterfragen.

Eine kleine U-matic Kassette. Diese Kassetten mit bis zu 20 Minuten Spielzeit waren speziell für die kleinen, leichten ( 5 bis 7 Kilo ) Aufnahmegeräte für den Außeneinsatz gedacht. Jedes Studiogerät aber kann diese auch abspielen. Leider gab es drei verschiedene, nicht kompatible U-matic Formate. Weiteres dazu finden Sie bei der großen U-matic Kassette. Wenn die gesamte Kassette braun bzw. bordeauxrot ist, dann ist es ziemlich sicher U-matic SP. Hier besteht durchaus Handlungsbedarf und man sollte diese Videokassetten digitalisieren.

BetacamSX verwendet die gleiche kleine ( mit einem Fenster ) oder große Kassette wie BetacamSP. Ja, man kann BetaSP in SX Maschinen benutzen und umgekehrt. SX zeichnete SD mit ca. 10 Mbit digital auf. Vorteil waren extrem lange Laufzeiten und schnelle Übertagungen via Datenleitung. Allerdings hat außer der RAI und dem DRS kaum jemand das Format benutzt und so ist es heute völlig bedeutungslos. Zum Glück können alle danach von Sony auf den Markt gebrachten Geräte mit entsprechender Option diese Bänder noch abspielen. SX war immer gelb, um es sofort identifizieren zu können. Handlungsbedarf besteht also eher nicht.

XDCAM ist ein Disc Format, das in SD oder HD auf eine Blu-Ray Scheibe in einer Cartridge aufzeichnet. Es ist derzeit sehr beliebt bei den öffentlich-rechtlichen Sendern und daher gut und weit verbreitet. Allerdings ist die Disc nicht ganz unempfindlich. Mal in der Sonne liegen lassen schadet einer Videokassette kaum, die XDCAM kann dadurch aber komplett zerstört werden. Ärgerlich bei bis zu 3 Stunden Spielzeit. Auch hier gibt es leider keine flächendeckende Kompatibilität, da es einschichtige, zwei- und mehrschichtige Discs gibt. Die nächsten Jahre aber wird es alle Abspielgeräte gut zu finden geben.

Betamax war das Konkurrenzprodukt von Sony zum VHS System. Um 1980 auf den Markt gekommen, konnte es sich trotz toller Features wie Bildsuchlauf nicht halten und verschwand ab 1990 wieder. Aber die Kassette ist geblieben. Mechanisch ist sie bis heute identisch zu z.B. DigitalBetacam oder HDCAM SR. Aber leider ist das Betamax System nicht zu professionellen Geräten kompatibel, weil es mit bis zu 4 Stunden Spielzeit in einer kleinen Kassette nur als reines Consumer System angelegt war. Also sollt man hier relativ schnell handeln, denn die Betamax Geräte waren schon immer eher selten.

DVC Pro Videokassette. Dieses Format gibt es seit ca. Mitte der 1990er Jahre und es kam viel beim Fernsehen zum Einsatz. Ein und dieselbe Kassette kann aber 4 verschiedene, untereinander nur bedingt kompatible Formate enthalten. DVC Pro mit 25 Mbit, mit 50 Mbit wie es z.B. beim ZDF zum Einsatz kam oder aber als HD Format mit 720 oder 1080 Zeilen. Bei HD halbiert sich die Laufzeit der auf normalen DVCPro Kassetten angegebenen Zeit. Es gab auch reine DVCPro HD Kassetten, die auch so beschriftet waren. DVCPro Geräte sind derzeit noch relativ gut zu finden, weil ja z.B. SWR und ZDF dieses Format bis ca. 2013 viel verwendet haben. Gebaut werden die Geräte aber nicht mehr wirklich....also nicht zu lange warten mit dem Digitalisieren.

MiniDV kam als erstes digitales Consumer Videoformat Mitte der 1990er Jahre auf den Markt und hat sich vor allem bei Dokumentarfilmern und bei Low-Budget Imagefilm Produktionen schnell etabliert. Die Bänder gab es mit bis zu 80 Minuten Laufzeit und bei 25 Mbit konnte, je nach Gerät, SD DV aber auch HDV aufgenommen werden. Der Kassette ist das nicht anzusehen, aber kompatibel sind die Abspielgeräte nicht. Gleiches gilt für das DVCAM Format, das man hier auch aufzeichnen konnte. Gebaut werden die Geräte nicht mehr, daher sollte man nicht zu lange warten, wobei sich über mechanische Adapter die Bänder auch in DVCPro Maschinen abspielen lassen und so eine breitere Auswahl an Geräten derzeit noch vorhanden ist. Das gilt allerdings nicht für HDV, das HD mit 1440 x 1080 Pixeln aufnimmt. Da sind die Geräte bereits sehr rar.  Außerdem ist das Band sehr dünn, die dichte digitale Aufzeichnung vor allem bei HDV sehr anfällig gegen geringste Beschädigungen oder Schmutz. Neben der MiniDV Kassette gab es noch die ungefähr 3 x so große DV Kassette mit fast 200 Minuten Laufzeit.

VCR Videokassetten kamen als erstes Consumer Videoformat Anfang der 1970 Jahre auf den Markt. Da die Laufzeit der beiden übereinanderliegenden Spulen auf 60 Minuten beschränkt war, kam bald ein Longplay Format hinzu, das aber nicht kompatibel war. Ansehen kann man es der Kassette nicht, was es ist. Für die beiden Formate benötigte man aber verschiedene Geräte. Anfang der 1980er Jahre ist das System komplett vom Markt verschwunden und es gibt derzeit kaum noch lauffähige Geräte, da verschiedene Bauteile darin allein durch die Alterung, nicht durch den Betrieb, kaputt gehen und kaum ersetzt werden können. Also hier ist Gefahr im Verzug. Vereinzelt gab es auch diese Videokassettenbauform für das extrem seltene SVR Format.

DVCAM war eine "Erweiterung" des erfolgreichen MiniDV bzw. DV Systems in den professionellen Bereich. Deutlich günstiger als z.B. DigitalBetacam aber mit ähnlich guter Qualität ( obwohl nur 420 Farbauflösung ) fand es rasch Anklang in der Industriefilm- Produktion und vor allem auch bei Dokumentarfilmern. Durch eine höhere Bandgeschwindigkeit waren die Aufnahmen weniger Anfällig gegen kleine Bandschäden und es konnten 4 Tonspuren aufgenommen werden. DVCAM ist aber in den letzten Jahren vom Markt verschwunden. DVCAM Kassetten gibt es in drei Größen mit 40 bis 180 Minuten Spielzeit. Diese Kassette hat 94 Minuten. Man hätte sie auch für DV Verwenden können, dann würde sie ca 120 Minuten laufen. Glücklicherweise konnte man DVCAM in vielenen DV Geräten und DVCPro MAZen abspielen, so das es im Moment noch reichlich Geräte dafür gibt. Gebaut werden aber keine mehr.

VHS C oder wie hier im Bild am kleinen Logo rechts oben erkennbar Super-VHS C gab es ab Mitte der 1980er Jahre, um kleine, handliche Camcorder für den Amateurfilmmarkt bauen zu können. Formate wie Video8 oder MiniDV haben VHS C dann aber Mitte der 1990er Jahre vom Markt verdrängt. Diese Kassette konnte mittels eines mechanischen Adapters in allen normalen VHS Geräten abgespielt werden. Das heißt, im Moment gibt es noch ausreichend funktionierende VHS oder S-VHS Abspielgeräte und für den Handlungsbedarf gilt gleiches wie für VHS bzw. S-VHS Videokassetten.  Nicht mehr zu lange warten, mit dem Digitalisieren.

MII Kassetten gab es, wie die Betacam Kassetten, in zwei Größen. Hier im Bild eine kleine, für den mobilen Einsatz. MII kam am Ende der 1980er Jahre auf den Markt als Konkurrenzprodukt zu Sonys erfolgreichem BetacamSP. Qualitativ war es gleich gut, aber vor allem billiger. Daher sind viele Imagefilm-Produzenten darauf eingestiegen, Fernsehanstalten eher nicht. Leider aber konnte es sich nicht durchsetzen und anders als bei Sonys Betacam Formaten haben die MII Hersteller keine "abwärtskompatiblen" Nachfolgesysteme z.B. im digitalen Bereich entwickelt. So ist MII mit der zunehmenden Digitalisierung der Videoproduktion Ende der 1990er Jahre vom Markt verschwunden. Maschinen gibt es noch vereinzelt, aber keine Ersatzteile mehr. Bänder sollten schnellstmöglich digitalisiert werden.

 

 

DigitalS gab es nur ganz kurze Zeit. Es sollte ein Konkurrenzprodukt zu Sonys DigitalBetacam sein, konnte sich im Markt aber überhaupt nicht durchsetzen. In Deutschland wurde nur eine handvoll Maschinen verkauft, ab Ende der 1990er Jahre. Sollten Sie solche Kassetten haben, dann wären diese rein theoretisch noch einige Zeit haltbar, aber es ist jetzt schon fraglich, ob es morgen noch funktionsfähige Maschinen zum Abspielen gibt. Hier also schnellstmöglich handeln.

Diese Kassette, die es natürlich auch in Grau und Schwarz häufig gibt, kann gleich 4 verschiedene Formate aufnehmen. Bedruckt kann sie sein mit Video8, 8, DTRS oder eben Hi8, wie hier. Als erstes kam Ende der 1980er Jahre Video8 als handliches Format für den Amateurfilmer, kurz danach das verbesserte Hi8 und schließlich Digital8. Die meisten Digital8 Geräte können Hi8 und Video8 abspielen. Allerdings gibt es Digital8 auch seit gut 10 Jahren nicht mehr. Außerdem war das System immer recht selten, obwohl sogar einige Dokumentarfilmer vor allem mit Hi8 gearbeitet haben, so sind auch Geräte kaum noch zu finden. Eine zügige Digitalisierung ist ratsam. Das vierte Format ist DA88. Ein 8-Spur Tonaufnahmeformat, das diese Kassetten verwendet hat. Es war Ende der 1990er Jahre üblich, um 5.1 Dolby Surround Ton zu speichern, da es keine Videoformate mit mehr als 4 Tonspuren gab. Auch DA88 ist seit einiger Zeit vom Markt verschwunden, Geräte rar.

MPEG IMX ist eine Variante des Betacam Formates.  Es wurde viel bei öffentlich-rechtlichen Sendern verwendet und wie alle Betacam Formate sind zum Glück  auch die neuesten Geräte, die Sony noch auf den Markt bringt, in der Lage, diese Bänder abzuspielen, Denn da es kein HD Format ist, verliert es seit 2013 rapide an Bedeutung. Da es aber erst um 2000 auf den Markt kam, sind die Kassetten in der Regel nicht all zu alt und können - kühl, trocken und dunkel - noch eine Weile liegen. Diese Kassetten gibt es auch in der doppelten Größe mit zwei Sichtfenstern für längere Spielzeiten. IMX Kassetten sind aber, egal von welchem Hersteller, immer grün.

Video 2000 war ein Home Video System, das Phillips den japanischen Erfolgssystemen Anfang der 1980er Jahre entgegensetzen wollte. Das eigene Videosystem mit Wendekassette versprach lange Laufzeiten und damit günstigere Kassettenkosten. Dazu kam dann noch Longplay, so dass bis zu 16 Stunden auf eine Kassette gingen. Unter der halben Spurbreite und dem Longplay litt auch die Qualität und leider auch die Haltbarkeit. Die Geräte sind seit ca. 1990 vom Markt verschwunden. Hier wäre also dringend ein Handlungsbedarf für die Digitalisierung geboten.

DAT Kassetten waren das Standard-Format für den Transfer von Tonaufnahmen in den 1990er Jahren. Sowohl Filmkopierwerke als auch Tonstudios und Imagefilmproduktionen, alle haben Sprecher, Musik, Tonmischungen auf DAT Bändern verschickt. Seit man aber Tonfiles leicht via Internet versenden kann, hat DAT keine Bedeutung mehr. Die Bänder sind sehr dünn und auch die DAT Geräte stehen nur noch vereinzelt in den Tonstudios. Hier sollte man schnell umkopieren. Die Länge lässt sich hier aus der Bandbezeichnung ablesen. Diese Kassette läuft 65 Minuten.

Ja, sie ist wieder im Kommen, die gute alte MC oder Music Cassette. Beidseitig bespielbar war sie der Renner in den 70er und 80er Jahren bis dann portable CD Player und MP3 Player die Herrschaft übernahmen. Diese Kassette z.B. läuft insgesamt 90 Minuten, auf jeder Seite 45. Die Abspielgeräte dafür finden sich in allen besseren Tonstudios ( wieder ) aber man sollte sich auf diesen Trend nicht verlassen und hier die Digitalisierung in Angriff nehmen.

U-matic kam Anfang der 1970er Jahre als erstes Kassettenformat auf den Markt. Es fand mit maximal 60 Minuten Laufzeit vor allem im professionellen Bereich Einsatz. Kurz nach dem U-maticS oder LB Format kam das verbesserte HighBand oder HB Format auf den Markt. Kompatibel  waren die Geräte nicht, aber Highband wurde, auch gerne beim Fernsehen eingesetzt. LB und HB Aufzeichnungen kann man rein an der Kassette nicht unterscheiden. Am Ende der U-Matic Ära ab ca. 1985 kam dann auch noch für kurze Zeit H-matic SP auf den Markt. Das wurde vor allem von Imagefilm Produktionen benutzt. Dies Kassetten tragen den Zusatz SP im Namen und waren zu LB und HB nicht kompatibel. Hier also wäre auf jeden Fall SP aufgenommen. U-matic S oder LB fand sich bis Ende der 1990er Jahre vor allem in der Industrie und in Werbeagenturen, weil es qualitativ deutlich besser war als VHS. Da die Geräte aber schon seit Anfang der 1990er nicht mehr hergestellt werden, werden sie rar und man sollte bald mit dem Sichern beginnen. Wenn die Kassette rostbraun ist, ist es sicher U-matic SP.

1 Zoll breites Videoband auf offenen Spulen aller Größen gab es ab den 1970 er Jahren als professionelles Videoformat für die High End Postproduktion oder das Fernsehen. In Europa entwickelte Bosch das 1-Zoll B Format, in den USA und Japan kamen Sony und Ampex mit 1-Zoll C auf den Markt. Natürlich sind die Systeme untereinander in keinster Weise kompatibel. Ob Sie nun 1 Zoll B oder 1 Zoll C haben, können sie leicht erkennen, wenn das Band nicht beschriftet ist. Bei 1-Zoll B liegt die glänzende Seite des Bandes außen, bei C die matte Seite. Da beide Formate ab ca. 1995 nicht mehr zum Einsatz kamen, werden die Maschinen und Ersatzteile rar, zumal es hier ja nur verhältnismäßig wenig Maschinen in großen Studios gab. Die Bänder gab es in diesen Hartplastikhüllen, für TV-Werbespots aber auch auf kleinen Plastikrollen mit ca. 15 cm Durchmesser in Pappschachteln.

Tonbänder oder "Senkel" genannt sind zwar reine Tonaufnahmemedien, liegen aber auch in vielen Archiven. Allerdings wurden diese Tonbänder oft auch verwendet, um Tonbildschauen mit Dias oder 8mm und 16mm Filme zu vertonen. Da lief dann zum Projektor ein Tonbandgerät parallel mit. Es kann also sein, dass in Archiven Filmrollen irgendwo auch noch die dazugehörigen Tonbänder liegen. Maschinen gibt es hier noch ganz gut, jedes Tonstudio hat noch Tonbandmaschinen und es gab die verschiedensten Aufnahmeformate. Da aber Filme und Tonbänder schrumpfen, ist es, je länger man wartet, immer schwieriger, beides wieder synchron zu bekommen, da sie natürlich unterschiedlich schrumpfen.

Die gängigsten Filmformate, auf die Sie in Ihrem Archiv stoßen könnten, sind diese hier. Wenn Sie Film richtig lagern, also kalt, trocken und dunkel, dann kann er noch sehr lange halten. Das meiste, was ihm schadet, ist wahrscheinlich sowieso schon passiert. Vor allem werden aktuell immer noch neue Geräte zum digitalisieren dieser Filmbestände entwickelt. Einen akuten Handlungsbedarf haben Sie also nicht unbedingt. Anders sieht es aus, wenn Sie Nitrofilme haben. Diese gab es in 35mm bis Mitte der 1950er Jahre. Bereits bei 37 Grad kann sich Nitrofilm explosionsartig selbst entzünden. Außerdem hält Nitrofilm nicht mehr lange, da er sich selbst zersetzt. Bei 16mm Film ist so gut wie nie Nitro verwendet worden, bei Super 8 oder Normal 8 gar nicht. Sollten Sie Filmstreifen finden, die aussehen wie auf dem Bild auf der rechten Seite, die aber komplett braun sind, dann ist das Perfoband oder Magnetfilm - ein Tonband. Bei der Filmbearbeitung nämlich mussten Bild und Ton separat behandelt werden. Also sollten eigentlich zu einem oder gar mehr Perfos immer auch eine Filmrolle mit Bild gehören.